Wir sind dann mal weg 🌴

Guten Morgen Sahara! Frühmorgens kletterte unsere Camp-Gruppe auf den nächsten Hügel für den Sonnenaufgang.

Nur Merlin traf just den stimmungsvollsten Moment als die Sonne schon aufgegangen war, um aus dem Zelt/Zimmer zu schreiten.

Nach dem besten Frühstück bisher verabschieden wir uns vom Camp und der Gruppe und fahren gegen Westen.

Mittagsstopp in Tazarine, in einem hübschen Café gibt‘s sogar eine Tajine Kefta für uns, unser Lieblings-Menü soweit.

Am Nachmittag fahren wir in Zagora ein, dem Etappenziel des heutigen Roadtrips. Wirklich erkunden werden wir die Stadt aber ein andermal.

In der eindrucksvollen Auberge direkt am Rand der Palmeraie werden wir herzlich empfangen und wir fühlen uns sofort sehr wohl.

Nach dem tollen Abendessen (inhaltlich eng mit dem gestrigen verwandt)…

…werden die letzten Vorbereitungen für morgen getroffen.

Ab morgen wird hier bis am Freitag Funkstille herrschen, da man in der nächtlichen Dunkelheit der Wüste die Handytastatur nicht sieht. Bis bald!

– die zwei Besuchsnomaden

Szenenwechsel

Nach dem Frühstück liessen wir es uns nicht nehmen, noch eine kurze Runde durch den wöchentlichen Berber-Markt zu drehen. Und danach gings gegen Süden.

Nach und nach wechselten Landschaft und Fauna von Gebirge zu Wüste.

Beeindruckt von den vielen Polizeikontrollen wollte sich D. aus M.* die volle Marokko-Experience gönnen und krallte sich eine Geschwindigkeitsbusse. Die Polizisten waren sehr freundlich, und es schien, als wären wir nicht die einzigen Touristen, die nicht immer wissen, wie schnell man hier gerade fahren sollte.

Irgendwann trafen wir dann in Merzouga ein, obwohl uns der falsche Treffpunkt angegeben wurde. Es wurde für uns telefoniert, geschrieben und Tee getrunken und 15min später wurden wir dann abgeholt. Im Hotel am Stadtrand genossen wir bei prächtiger Dünen-Sicht weitere Tees bevor es in die Wüste ging. Die Dromedare gefielen uns heute auf Sichtdistanz.

Bevor die Sonne zu nahe am Horizont war, fuhr man uns noch zu unserem „Luxury Camp“, das enorm schön, aber auch dick aufgetragen ist. Nach einem herrlichen Spaziergang in und auf die Dünen genossen wir den Sonnenuntergang in der Wüste. Die Luxus-Zelte hier haben sogar Bad und Dusche, wir fühlen uns fast etwas dekadent.

Nach dem leckeren Abendessen geniessen wir einen Sternenhimmel-Orientierungs-Crashkurs und Kaffee am Lagerfeuer mit den anderen vier Touristen: 1x Holländisches & 1x Deutsches Päärli.

Der Koch/„Programmleiter“ musiziert zum Abschluss noch mit dem Fahrer/Trommelspieler und dem Kamelführer/Serveur. Trommeln können sie alle gut, ob’s für den Kammerchor reichen würde sei dahingestellt.

Ab in den Atlas

Z‘Morge, packe & gah. Adé Fès, bonjour montagne. Im ersten Stop Ifrane, betitelt als „kleine Schweiz Marokkos“ und Ski- & Universitätsstadt der Oberklasse, hatten wir das erste Mal etwas kalt. Im lokalen Pyri-Pendant wärmten wir uns bei Tee auf, und traten die Weiterfahrt an. Die sieben Skilifte haben wir nicht erblickt, offenbar ein Stopp-Schild ebenso, wie ein Polizist uns mit wichtiger Mine erklärte. Es war unsere erste Polizeikontrolle, bei der unser mitgenommener Seitenspiegel uns nicht genügend als ordinäre Verkehrsteilnehmer tarnte. Sein Schmunzeln gewann irgendwann Überhand und er liess uns mit besten Wünschen weiterziehen.

Die Landschaft war abwechslungsreich: karge Landschaften werden von Zedernwäldern abgelöst, trockene Abhänge von Flüsschen durchzogen, zwischen den Hügeln das flache Niemandsland, um die nächste Kurve ein belebtes Berber-Dörfchen, Esel mit farbenfrohem Sattelzeug, herdenweise weisse Schafe.

Ein unverhofftes Highlight war die Kaffepause irgendwo im Nirgendwo: zuerst vorbeigefaren, dann um- und eingekehrt, genossen wir einen Espresso wie in Italien, im Restaurant de France, das marokkanisch wie aus dem Bilderbuch ist.

Plötzlich sind wir in einem Gespräch und unser freundliches und gesprächiges Gegenüber (er mit der Brille) entpuppt sich als der Bürgermeister von Boulôjoul, dem Dorf nebenan. Entzückt steigen wir wieder ins Auto und fahren weiter.

Am heutigen Ziel Midelt angekommen, gibt es ein zVieri aus den eigenen Vorräten am Pool unseres Riads. Im Städtchen erkennt uns ein geübter Verkäufer und wir lassen uns in sein Teppichgeschäft steuern. Die ganze Berber-Montour lassen wir uns nicht andrehen, ihm gelingt es jedoch, uns einen kleinen Teppich zu vermarkten. Lokaler Wirtschaftsförderungsbeitrag von uns oder so…

Nach einem erlebnisreichen Tag, fühlen wir uns zuhause im Riad sehr gut aufgehoben. Das Personal ist enorm einfühlsam und freundlich. Ein leckeres kleines Abendessen und anregende Ausführungen zur Berber-Kultur am Cheminéefeuer fördern unsere Behaglichkeit inmitten der kulturellen Kontraste.

Feiertag in Fès

Der Tag begann für Domi mit einer Dusche in der Dunkelheit, da wohl eine Sicherung irgendwo klemmte.

Nach dem Frühstück kehrten wir der Medina den Rücken und liefen Fès el-Jdid entgegen (das pendant in Bern wäre die „obere Altstadt“). Da heute Tag der Unabhängigkeit von Frankreich war, lief alles auf Sparflamme. Dies ist aber keineswegs ruhig und war perfekt zum erkunden & entdecken.

Vom „neuen“ Altstadtquartier ging‘s noch in die echte nouvelle ville weiter, wo Cafes, Läden und Geschäfte Boulevard und Seitenstrassen schmücken. Im zentralen Lebensmittelmarkt mit der Tagesaktuellen Preisliste am Eingang waren alle Stände geschlossen. Domi wurde bei einem Bändeli-Lädeli zwei Strassen weiter fündig.

Auf dem Rückweg bestaunten wir noch die Palast-Tore aus der Nähe, mit ihren Mosaikmustern, beschlagenen Türen und Schnitzereien.

Auch das jüdische Quartier galt es noch zu erkunden!

Nach einem tüchtigen Morgen kehrten wir im Café Fez ein. Im muslimischen Marokko gibt es eigentlich keinen Alkohol. Wo die Nachfrage aber gross genug ist (Touris), wird selten auch Bier & Wein zu gehobenen Preisen verkauft. Das Café Fes war einer dieser auserlesenen Oasen und deshalb über Mittag voll mit Franzos:innen, die nicht auf ein Gläschen Wein verzichten wollten. Auf unserem Tisch stehen keine Weingläser 😉

Am Nachmittag gab es einmal eine kurze Nieselregenschauer, die wir lesend im Riad überbrückten.

Für‘s Abendessen kehrten wir in einem modernen Restaurant mitten im Souk ein, wo wir am geteilten Tisch mit zwei deutschen Touris ein unterhaltsames Gespräch über Marokko, Austauschstudenten und Kulturkontraste führten.

Tagesausflug nach Meknès

Die halbe Reisegruppe erlebte auf der Dachterasse einen malerischen Sonnenaufgang über Fès.

Nach dem Frühstück brachen wir nach Meknès auf, die kleinste der vier Königsstädte marokkos. Wir schlenderten durch enge Gassen, schöne Torbögen und an den Moscheen vorbei.

Die Souks in Meknès sind streng thematisch getrennt. Reihenweise Vorhangsstangen lösen dutzende Hochzeitskleider-Händler ab. Am beeindruckendsten war die Lebensmittelabteilung, wo die Metzger zum Vegetarismus anregten.

Blick auf den Hauptplatz von Meknès

Nach der Erkundungstour durch die Medina genossen wir bei einem Getränk die Aussicht auf die Stadt und die Place el Hedim, die, wie offenbar etwa jede Sehenswürdigkeit in Meknès (das Mausoleum, zwei Stadttore, ein Palast und ein Museum), gerade rennoviert wird.

Schon länger keine Rennovation hat die alte römische Stadt Volubilis, ehemalige Hauptstadt der römischen Provinz „Mauretania Tingitana“, gesehen. Die historischen Steine zogen uns nur temporär in ihren Bann, die umliegende Landschaft brachte uns fast mehr zum staunen.

Durch Hügel übersäät mit Olivenhainen fuhren wir zurück nach Fès. Kurz vor dem Ziel genossen wir, im Supermarkt ohne feilschen…

…einen Apéro zum Verzehr auf unserer Terrasse ergattern zu können. Wieder einmal ein voll bepackter Tag, der mit der Wahl zwischen Couscous und Tajine endete.

In den Gassen von Fès

Nach einem zufriedenen Frühstück liessen wir unser schnuckeliges Riad in Rabat hinter uns und erkundeten die Neustadt mit ihren gemütliche Cafés, lustigen Lädelis und betriebsamen Betonblöcken.

Ziel des Spaziergangs war das Musée Mohammed VI, das einzige kontemporäre Museum in Marokko. Die Austellungen waren überschaubar aber spannend.

Zweieinhalb Autostunden später rollten wir in Fès ein, der drittgrössten Stadt Marokkos und „geistiges Zentrum“ des Landes.

Unser Riad hier ist hell, hoch und beeindruckend, auch wenn sich dies eher nicht auf die Zimmer bezieht.

Und dann ab ins Getümmel! Fès ist wuseliger, lebendiger und enger als Rabat.

Es wurde beobachtet, gestaunt, gefeilscht, gebetet (nicht wir) und geschmöckert.

Im Hintergrund zu sehen ist die Färbe-Abteilung der Gerberei in Fès, die grösste Marokkos, welche strenge Gerüche von sich gibt, denen mit frischer Minze begegnet wird.

In den Souks waren wir bis zum Abendrot, der Magen begann zu knurren und der Kopf zu schwirren. Nach einer Ruheminute im Riad gelangten wir zielstrebig in ein lauschiges Restaurant (leider kein Föteli).

Rabat

Nach einem kontinentalen Frühstück genossen wir die einzigartige Architektur des Flughafenparkfeldes bis sich unser Mietwagen zeigte. Mit dem fahrbaren Untersatz düsten wir nach Rabat.

Im Riad (≈ Boutique-Hotel) eingecheckt (Bild aus dem Zimmer richtung Innenhof) und Auto parkiert…

…schlemmerten wir durch die Gassen der Medina (≈ historische Innenstadt),…

…erkundeten wir versteckte Innenhöfe und…

…streckten wir beim Tee die Füsse hoch und malten, damit wir wieder Schwung hatten,…

…um durch die Souks (≈ Marktviertel) zu taumeln.

Nach einem Boxenstop im Riad freuten wir uns prächtig auf unser Debut in die marokkanische Kulinarik, und wir wurden nicht enttäuscht! Überfüllte Teller mit würzigen Gerichten wiesen unseren Heisshunger zurecht.

Auf leichtem Irrweg schlenderten wir mit vollen Bäuchen zufrieden nach Hause.

Uf u drvoo…

Fertig gepackt, zMittag gegessen, zum Bähnli spatziert und in den Zug eingestiegen.

Abflug mit Royal Air Maroc, und Domi bleibt ruhig (oder simuliert überzeugend).

Ein Nickerchen später Anflug auf Casablanca, um 20 Uhr ist auch hier von der Sonne keine Spur mehr.

Check-in im Flughafenhotel und den Tag bei Cola & Gemüsesuppe ausklingen lassen. Morgen gehts los, wir freuen uns auf Rabat!

Unsere Route

🛬 Casablanca ↝ Rabat ↝ Fès ↝ Midelt ↝ Merzouga ↝ Wüste ↝ Merzouga ↝ Zagora ↝ Agdz ↝ Ouarzazate ↝ Marrakesch ✈