In den Souks von Marrakesch

Kurz nach dem Frühstück stehen wir schon mitten im ersten Souk. Doch das Leben ist hier erst am aufwachen. Nur die wenigsten Händel bauen schon ihren Auslagen auf, und von den Touristenmassen noch keine Spur. Im Café, zwischen den Locals, beobachten wir, was hier alles so durch die Strassen wackelt: Marokkaner zu Fuss, Tourist:innen in Paaren, Marrakeschis auf Mofas, Tourist:innen in Scharen, Esel mit Wagen, Marrokanerinnen, Film-Crew-Zugehörige, Pferd.

Bis diese Statistik erstellt und der Kaffe ausgetrunken war, hatte der erspähte Stoffladen seine Waren aufgestellt. Wir wurden fündig!

Und zwar für unser Spezial-Projekt: Eine eins zu eins Kopie eines Kleidungsstücks. Der von uns angehauene Schneider hatte jedoch schon ein volles Auftragsheft und so steuerte er uns quer durch den Souk zu einem Zunft-Genossen (wobei das „uns steuern“ eher einem nahezu „uns davoneilen“ entsprach). Morgen werden wir sehen, was Hmed von der Couture Barid für uns aus dem Stoff geschneidert hat.

Danach bahnten wir uns unseren Weg wieder quer durch mehrere mittlerweile erwachte Souks, um zum Maison de la Photograhpie gelangen. Die tollen Bilder zeigen verschiedene Seiten verschiedener Zeiten Marrokos, und setzen unsere bisherigen Eindrücke in einen schönen Kontext. Auf der Dachterrasse gibt es zudem etwas gegen den Hunger, und das Auge isst mit (Blick über die Medina).

Danach schmeissen wir uns wieder in die Souks, einmal quer durch in den Süden ins ehemals jüdische Viertel. Von dort wieder zurück zum Djema el Fna und weiter zum Rahba Kedima. Auch wir haben gefeilscht, gelacht, verhandelt und gekauft. Mit gutem Gewissen können wir aber behaupten, dass unsere Portemonnaies keine Löcher haben und am Ende des Tages noch Bares übrig blieb.

Als wäre das nicht genug, geht es zurück im Hotel erst richtig los: Zuerst gewinnt die Marrokanische Nationalmannschafft gegen Kanada und sichert sich somit den Platz im Achtelfinal. Das erste mal seit 26 Jahren, und die Marrakeschis drehen durch. Noch während des verfassens dieses Blogbeitrages hört man unablässiges Gehupe in den Strassen.

Angesteckt von dieser freudigen Stimmung teilt uns die Riad-Managerin mit, dass sie sonst ein grösseres Zimmer für uns habe, da wir uns gestern etwas über unser Kämmerchen ausgelassen hatten. Jetzt haben wir ein Luxuszimmer im obersten Stock!

Währenddessen hat es geregnet und wir montieren die Regenjacke um noch einen kleinen Happen zu ergattern. Entgegen dem Sog des Zentrums finden wir ein charmantes Café-Imbiss-Restaurant-Takeaway, wo wir uns eine Pastilla schmecken lassen. Bei der Rückkehr erfreuen wir uns erneut ab unserem neuen Zimmer.