Ab in den Atlas
Z‘Morge, packe & gah. Adé Fès, bonjour montagne. Im ersten Stop Ifrane, betitelt als „kleine Schweiz Marokkos“ und Ski- & Universitätsstadt der Oberklasse, hatten wir das erste Mal etwas kalt. Im lokalen Pyri-Pendant wärmten wir uns bei Tee auf, und traten die Weiterfahrt an. Die sieben Skilifte haben wir nicht erblickt, offenbar ein Stopp-Schild ebenso, wie ein Polizist uns mit wichtiger Mine erklärte. Es war unsere erste Polizeikontrolle, bei der unser mitgenommener Seitenspiegel uns nicht genügend als ordinäre Verkehrsteilnehmer tarnte. Sein Schmunzeln gewann irgendwann Überhand und er liess uns mit besten Wünschen weiterziehen.
Die Landschaft war abwechslungsreich: karge Landschaften werden von Zedernwäldern abgelöst, trockene Abhänge von Flüsschen durchzogen, zwischen den Hügeln das flache Niemandsland, um die nächste Kurve ein belebtes Berber-Dörfchen, Esel mit farbenfrohem Sattelzeug, herdenweise weisse Schafe.
Ein unverhofftes Highlight war die Kaffepause irgendwo im Nirgendwo: zuerst vorbeigefaren, dann um- und eingekehrt, genossen wir einen Espresso wie in Italien, im Restaurant de France, das marokkanisch wie aus dem Bilderbuch ist.
Plötzlich sind wir in einem Gespräch und unser freundliches und gesprächiges Gegenüber (er mit der Brille) entpuppt sich als der Bürgermeister von Boulôjoul, dem Dorf nebenan. Entzückt steigen wir wieder ins Auto und fahren weiter.

Am heutigen Ziel Midelt angekommen, gibt es ein zVieri aus den eigenen Vorräten am Pool unseres Riads. Im Städtchen erkennt uns ein geübter Verkäufer und wir lassen uns in sein Teppichgeschäft steuern. Die ganze Berber-Montour lassen wir uns nicht andrehen, ihm gelingt es jedoch, uns einen kleinen Teppich zu vermarkten. Lokaler Wirtschaftsförderungsbeitrag von uns oder so…

Nach einem erlebnisreichen Tag, fühlen wir uns zuhause im Riad sehr gut aufgehoben. Das Personal ist enorm einfühlsam und freundlich. Ein leckeres kleines Abendessen und anregende Ausführungen zur Berber-Kultur am Cheminéefeuer fördern unsere Behaglichkeit inmitten der kulturellen Kontraste.







